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Lorenz Humbel

Männerpalaver in der Schnapsbrennerei

Am 24. Mai 2011 sprechen in der Schnapsbrennerei Humbel in Stetten Männer unter sich über die Sonnen- und Schattenseiten des Alkoholkonsums. Der Anlass wird vom Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen organisiert. Gastgeber ist Lorenz Humbel, Geschäftsführer der Schnapsbrennerei. Wir haben mit ihm über Schnapsbrennen und betrunkene Jugendliche gesprochen.

 

- Lorenz Humbel, Sie führen die Brennerei Humbel bereits in der dritten Generation und bezeichnen sich als «Kirschbrenner aus Leidenschaft». Was ist die Faszination an Ihrer Tätigkeit?
Wir füllen 100 Kilogramm vergorene Fuchtmaische in den Brennhafen und daraus gibt es je nach Obst nur 5 bis 15 Liter fertiges Destillat. Was im Hafen zurückbleibt, hat kaum noch „Dünger"-Wert; Nährstoffe sind keine mehr vorhanden, sie befinden sich alle im hochkonzentrierten Destillat. Wir holen die Essenz des Obstes in den Schnaps und machen sie damit ewig haltbar! Es ist diese Umwandlung von etwas alltäglichem in etwas „geistiges", das mich bis heute fasziniert.

 

- Sie produzieren hochwertige und entsprechend teure Spirituosen. Was denken Sie beim Anblick von betrunkenen Jugendlichen, die mit Billigbier oder Billigwodka den Exzess suchen?
Einerseits denke ich, dass das Geschäft mit Billigprodukten kein besonders kluges ist, weil dadurch ein Imageschaden entsteht, unter dem auch qualitativ hochwertige Produkte wie unsere Obstbrände leiden.

Andererseits ist es ein Privileg der Jugend, Extreme auszuloten und möglichst laut auf sich aufmerksam zu machen – eben auch mit Alkoholexzessen. Neben einer Jugendalkoholprävention braucht es deshalb auch ein verstärktes Eingehen auf die Bedürfnisse der Jugend: Nicht nur verbieten, sondern beispielsweise Kinder- und Jugendlärm auf Spiel- und Fussballplätzen tolerieren oder geschützte Zonen einrichten, wo Mopeds frisiert werden können oder auf einem Schlagzeug rumgehämmert werden darf. Es tut mir leid, wenn ich zusehen muss wie viele Jugendliche heute ihre Rebellion zu einem grossen Teil in Alkoholexzessen auszuleben versuchen, weil es zu wenig andere Möglichkeiten gibt.

 

- Am 24. Mai 2011 findet in Ihrer Brennerei ein «Männerpalaver» statt, bei dem Männer unter sich über die schönen und weniger schönen Seiten des Alkohols sprechen. Was erwarten Sie von diesem Abend?
Ich finde es gut, gerade in einer Brennerei offen über dieses Thema zu diskutieren, denn nur die direkte Auseinandersetzung mit dem Thema hilft weiter. Vor allem aber bin ich sehr gespannt wie das Männerpalaver laufen wird, weil wir so etwas bis jetzt noch nie gemacht haben.

 


Mehr Infos zum Männerpalaver in der Schnapsbrennerei

Spezialitätenbrennerei Humbel

Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen

Infos zum Männerpalaver als Methode


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